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Historische Löschübung sorgt für Begeisterung!

Artikel vom 20.06.2022

Die Geschichte

In der Nacht vom 13. auf den 14. Juni 1847 läutet die Feuerglocke auf St. Michael. Der Türmer ruft mit seinem riesigen Sprachrohr über die Dächer der Stadt

„Beim Metzger Haspel am Spitalbach brennt's!“

Die Bürger sind aufgeschreckt, die für die Brandbekämpfung eingeschworenen Männer machen sich auf den Weg zur Brandstelle. Die dafür „charchierten“ holen primitives Löschgerät aus den Remisen, schultern Wasserbutten und schleppen Handeimer mit. Von den Brunnenplätzen in der Nähe des Brandplatzes werden mit herbeieilenden Bürgern Eimerketten aufgebaut. Aus dem Brunnentrögen gehen die Eimer von Hand zu Hand und landen schließlich in den „Spritzenkästen“, von wo aus das Löschwasser im Handpumpenbetrieb in die Schläuche und Strahlrohre gepumpt wird. Die kleineren „Feuerspritzen“ sind eilig herbeigetragen, die großen werden auf Rädern herbei geschoben, oder von vorgespannten Pferden auf den Platz gebracht. An den hölzernen Pumpenschwengeln der Pumpapparate mühen sich die eingesetzten Männer im monotonen Auf und Nieder, um möglichst durchgehende Wasserförderungen in die Hanfschläuche und auf das Brandobjekt zu bringen. Schon nach fünf bis acht Minuten schwerer körperlicher Arbeit sind sie „ausgepumpt“ und müssen abgelöst werden. Ein „Spritzenmeister“ achtet an jeder Pumpe auf den kontinuierlichen und den geordneten Ablösungsbetrieb. Was im Haus noch nicht unmittelbar vom Feuer betroffen ist, wird rasch ausgeräumt und ins Freie geschafft. Die eng beim Brandplatz stehenden Nachbarhäuser werden vorrangig geschützt und mit Wasser „eingeseift“. Die Spritzenmeister versuchen, möglichst viel Wasser von aussen durch die Fenster ins Haus zu werfen. Trotzdem breitet sich das Feuer breitet immer weiter aus. Flammen schlagen bereits aus den Fenstern im 1. Stock. Einige der nicht bei den Pumpen und Eimerketten eingesetzte Mitbürger konzentrieren sich auf die Rettung von Hab und Gut, schaffen aus dem Haus, was sie greifen können. Das eigentliche Feuerlöschen gerät dabei etwas ins Stocken. Viele versuchen, zu retten, was zu retten ist.

Im allgemeinen Durcheinander steht plötzlich eine herangeschaffte Feuerspritze ohne Bedienungspersonal am Brandplatz. Eine Gruppe junger, drahtiger Kerle bemächtigt sich des Gerätes und baut einen gut organisierten Löschangriff auf, setzt die Pumpe in Bewegung und lenkt eine Eimerkette auf seinen Spritzenkasten. Mit einer Axt schlagen sie die Haustür ein und zwei Mann ziehen einen Schlauch in den Hausflur, um das Feuer im Innern des Hauses zu bekämpfen, während ein zweiter Trupp mit herbeigeschafften Leitern die Fenster im 1. Stock anleitert, mit dem Schlauch über der Schulter hinaufsteigt und das gefräßige Feuer im Zimmer rasch ablöscht. Dann steigen sie furchtlos dem Feuer hinterher durch die schwarz verkohlten Fensterrahmen ins Haus hinein und löschen im Hausinnern die fauchende Glut.

Wer sind diese furchtlosen, scheinbar gut organisiert vorgehenden Burschen? Sie rekrutieren sich aus jungen Mitgliedern der in den 1830er Jahren entstandenen Turngemeinde. Inspiriert von jener neuen Art der Bürgerbewegung, die aus dem badischen Durlach berichtet wurde, haben sie sich vorgenommen, der bürgerlichen Gemeinschaft in Notfällen zu Hilfe zu eilen. In Durlach hatte sich 1846 eine ebenfalls junge Gruppe Turner zusammengefunden und nach französischen Vorbildern ein „Pompier Corps“ gegründet. Diesem Vorbild wollten auch die jungen Haller begeistert folgen. Schon im Sommer 1846 waren sie bei einem Feuer in der Haller Innenstadt als Brandbekämpfer aktiv und hatten daraufhin den Stadtoberen vorgeschlagen, zukünftig ihre Hilfsbereitschaft in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen und als gut trainierte und eingeübte Löschmannschaft den Brandschutz der Stadt zu betreuen. Doch die Stadtoberhäupter hatten 1846 mit dem Hinweis auf ihre „Jahrhunderte lang schon funktionierenden“ Strukturen dankend abgelehnt. Sie wollten unter den seit vielen Generationen namentlich durch die Obrigkeit verpflichteten, traditionellen Kreisen der „Feurer“ keine künstliche Unruhe erzeugen. (Die Bezeichnung „Feurer“ kommt aus dem Haller Salzsiedewesen. Die Feurer waren für die gefahrlose Unterhaltung der Siedefeuer unter den Salzpfannen zuständig). Doch gerade in den Jahren vor der „Deutschen Revolution“ (auch Märzrevolution genannt) im Frühjahr 1848 fanden starke Wandelungen in den bürgerlichen Kreisen statt und so manche liebgewonnene Tradition hielt mit den gesellschaftlichen Entwicklungen jener Zeit nicht mehr Schritt.

Nun waren diese jungen Haller Burschen im Juni 1847 also erneut in einem Brandgeschehen tapfer eingetreten und hatten erfolgreich ein gefährliches Feuer gelöscht. Die Bevölkerung und letztlich auch der Rat der Stadt dankte es ihnen mit Anerkennung am 2. August 1847 mit folgendem Beschluss:

  • Wenn man auch den Turnern für ihren bewiesenen Eifer und Tätigkeit Dank schuldet, und diesen Dank hiermit ausspricht, so muss man doch darauf aufmerksam machen, dass die bestehende Ordnung und die bestellten Spritzenmeister und Regierer nicht verdrängt werden dürfen.“ (Ratsprotokoll vom 2.8.1847).

Bereits einige Tage nach dem Brand beim Metzger Haspel im Juni 1847 hatte der Stadtrat eilends die Beschaffung von neuem Feuerlöschgerät beschlossen, woraus wir in der Analyse der Ereignisse entnehmen können, dass es wohl schon länger organisatorische Schwierigkeiten bei den tradierten Feurern, wie auch ausrüstungstechnische Probleme bei jenem Brandereignis gegeben hatte. Die neu beschafften Löschgeräte wurde dem jungen „Pompier Corps“ übergeben, welches diese Geräte bereits am 7. September 1847 bei einem Feuer in der Langen Gasse einsetzen konnte. Und vier Wochen später, am 18. Oktober 1847 erhielten die Pompiers der Turnergemeinde weitere Leitern und eine kleine fahrbare Feuerspritze, mit der Bitte des fürsorglichen Stadtrates „bei Brandfällen davon angemessen Gebrauch zu machen“.

Der Brandeinsatz am 13./14.Juni 1847 gab praktisch den Zündfunken und initiierte die Anerkennung des freiwilligen „Pompiercorps“, aus welchem die heutige Organisationsform der Freiwilligen Feuerwehr Schwäbisch Hall in den vergangenen 175 Jahren hervorgegangen ist.

Du möchtest mehr über die historische Geschichte der Haller Feuerwehr erfahren? Ein Besuch im Haller Feuerwehrmuseum lohnt sich! 

Weitere Informationen findest Du auf der Homepage des Haller Feuerwehr Museums

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